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Interview-Partner*innen gesucht für das Theaterstück “SCHWANK”

Hallo, wir sind Charlotte Pfeifer <http://charlottepfeifer.net/> und Pascal Fuhlbrügge (rotemeierei) <https://rotemeierei.blogspot.com/> ,

wir sind auf der Suche nach Leuten vom Land, die Erfahrungen mit rechtsextremen Strukturen/Leuten in ihrer Gegend gemacht haben. Das können ganz kleine, alltägliche Erfahrungen aber auch massivere Erlebnisse sein in Schule, Arbeit, Verein, Kirche, Politik etc.

Wir möchten euch interviewen, denn wir möchten ein Theaterstück über den Rechtsruck auf dem Land machen.
Wir selber leben auch auf dem Land, in Dithmarschen – das Stück wird eine teilweise autobiographische Geschichte, die wir mit anderen Erfahrungen aus anderen Gegenden vermischen wollen.

Es werden ca. 30 Minütige Audio-Interviews: Die Audios benutzen wir einerseites als Erinnerungshilfe und andererseits könnten sie als vielstimmiger Chor auf der Bühne zu hören sein. Natürlich immer nur in Absprache, ob das Gesagte wirklich so benutzt werden darf.

Kontakt: rotemeierei@gmx.de

SCHWANK ist der öffentliche, inszenierte Versuch, ein Stück über rechte Strukturen auf dem Land zu schreiben.
Das Thema ist unangenehm- genau deshalb muss es eine Komödie sein: Weil wir ein Stück machen wollen, das sehr viele unterschiedliche Leute erreicht- auch dort, wo es wehtut– sie aber auch gut gelaunt in einem Theaterraum zusammenkommen lassen wollen.
Wir wohnen auf dem Land und mögen es hier. Von Anfang an sind wir aber auch Leuten begegnet, die weit rechte Agenden verfolgen: evangelikale AfD-Pastoren, rechtsradikale Mobbing-Schüler, verfassungsfeindliche Bauerndemonstranten. Im Verein, Dorfrat, Lokalzeitung. Was hier wie im Miniaturwunderland geschieht, sehen wir derzeit in Abwandlung überall auf der Welt. Das „Land“ muss oft herhalten für romantisierte Nostalgie, aber es wird auch strukturell benachteiligt, vergessen, verachtet. Das wird hauptsächlich von Rechtsextremen erkannt und ausgenutzt.

Unsere persönlichen Erfahrungen werden um die Erfahrungen von anderen Menschen ergänzt, die sich mit rechten Strukturen auf dem Land auskennen: in Dithmarschen, im Landkreis Uelzen und in der „Griesen Gegend“ (Mecklenburg).
Aus Originalstimmen, Sprechchören und Musik entsteht eine Tonspur, die gemeinsam mit dem fiktionalen Text und den improvisierten Parts eine hybride Partitur bildet.
Wir machen eine Komödie, die zeigt, wie das Politische ins Private hineinreicht.
Das Stück wird im Frühjahr 2027 in Hamburg im Lichthof-Theater Premiere haben.

Aufruf zum Mitmachen:

Dithmarscher Grabungen
Wir suchen Jugendliche, die kreativ sind: Du kannst zeichnen, fotografieren, gut mit Leuten ins Gespräch kommen, Texte schreiben, Show-Talent? Super! 
Wenn Du noch nichts davon kannst, aber Lust hast, etwas neues auszuprobieren: noch besser!
Von März bis September spüren wir Spuren von Menschen nach, die nach Dithmarschen gezogen sind - von der Steinzeit bis in die Jetzt-Zeit. Wir führen Interviews, machen Fotos, finden Dinge über die Vergangenheit und die Gegenwart heraus. Aus den Interviews und Fotos entstehen kleine Hörspiele und Kunstwerke. 

Im September arbeiten wir eine Woche mit der Künstlerin Fehmi Baumbach und machen aus unserem Material Kunst. 
Mit der Regisseurin und Autorin Charlotte Pfeifer sprechen wir eigene Texte ein und machen eine Show, um unsere Kunst zu präsentieren. 
Die Sound-Aufnahmen werden mit Musiker und Sound-Techniker Pascal Fuhlbrügge bearbeitet.

Willkommen sind alle, ob erst seit ein paar Monaten Dithmarschen oder seit vielen Generationen – gerne auch Leute mit noch nicht so guten Deutsch-Kenntnissen. 
Termine: ca. 4 Stunden einmal pro Monat an einem Wochenend-Tag (März bis Juni)
September: 14.-7.9.26 nachmittags und Präsentation 18.-20.9.26

Wir arbeiten unter dem Label “Rote Meierei”:
wir machen Kunstprojekte, Musik und Kulturveranstaltungen, in der wir gemeinsam mit dem Publikum Interessantes, Schönes, Seltsames erleben. 

Meldet euch unter rotemeierei@gmx.de

Gefördert durch das AllerLand-Programm / Kulturköpfe Dithmarschen.

 

 

 

 

 

Die Dithmarscher Botschaft präsentiert:
BING-O-RAKEL  30.12.2025  20:00
in der Roten Meierei in Großenrade

Boy H. Werner, Jutta und Pascal laden ein zur allerletzten Dithmarscher Botschaft. Doch wer weiß schon, was die Zukunft bringt?

Jutta hat sich ein kompliziertes, aber bombensicheres System ausgedacht, mit dem Bingo gespielt und gleichzeitig das Kommende vorausgesagt werden kann. Was wünschen sich Dithmarscherinnen und Dithmarscher für die Zukunft? Ganz persönlich,
fürs Dorf, für Dithmarschen, für die ganze Welt?
Was läuft gut und kann so weitergehen, wo ist noch Luft nach oben?

Mit einem Getränk in der Hand und einer weiteren Kohl-Phantasie von Jutta im Magen kommen wir miteinader ins Gespräch. Sehr wahrscheinlich wird auch noch gesungen, sagt Pascal.
Jutta, Boy und Pascal freuen sich auf euch!

“Trigger-Warnung: Kultur!”

Die Dithmarscher Botschaft präsentiert:
„Trigger-Warnung: Kultur!“

Boy H. Werner brauchte eine kleine Pause, aber jetzt ist er wieder da, um erstaunlichen Phänomenen der Dithmarscher Kultur nachzuspüren.
Aber was ist das eigentlich: KULTUR?
Das ist ja ein großes Wort. Auf manche wirkt es einladend, auf andere eher abschreckend.
Dabei ist das Wort eigentlich erstmal ganz simpel die Bezeichung für alles, was so Menschen machen.
Boy H. Werner fragt Leute aus Dithmarschen, was sie darunter verstehen und sammelt die unterschiedlichsten Ideen in seinem Ditkiergerät ein.
So entsteht eine Sammlung der Dithmarscher Kultur, die – wenn komplett – in einer Kapsel in den Weltraum geschossen wird.

Diesmal findet die Dithmarscher Botschaft auf dem wunderschönen Forellenhof Riesewohld statt: 18.10.2025 19:00.

A propos Kultur!
Hier ist ENDLICH das Video von der allerersten Dithmarscher Botschaft über die wilde CLUBBING-Kultur, die es mal in Dithmarschen gab. Video: Raoul Doré, Pascal Fuhlbrügge, Boy H. Werner mit Simone, Maik und Thies.

Die Performerin Charlotte Pfeifer spielt Boy H. Werner – oder spielt er in Wahrheit sie? Zusammengesetzt aus präziser Körpersprache und Charakterstudie tänzelt sich Boy H. Werner als Universalexperte in die Herzen der Menschen. Seine Wirkung auf andere Leute reicht von auf der Stelle verliebt bis leicht vor den Kopf gestoßen, allerdings weiß er gar nicht so richtig, warum das so ist, denn er ist wirklich außerordentlich höflich und zugewandt. In einer zweijährigen Recherchephase widmen “die beiden“ sich derzeit der Erforschung von Ambivalenzen und Grenzen in Dithmarschen, gefördert durch das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein und die Kulturförderung des Kreises Dithmarschen.

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Welcome to Gammél City

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Welcome to Gammél City
oder: Ich will sehen, dass zwei Seelöwen einander umarmen – Drei wären natürlich besser.
(Frei nach Dilek Mayatürk)

Gammel-Installation auf gemütlichen Seelöwen, Eintritt frei
Mönckebergbrunnen, 20095 Hamburg
17.9.– 19.9.2025 und 24.9.-27.9.2025, immer 13:00-18:00
Eröffnung: Mittwoch 17.09.2025, 13:00
Lesung mit Dara Brexendorf: 19.09.2025, 16:00
Lesung mit Jim Hein Steffen und Nail Doǧan: 27.09.2025, 16:00

I: Leute, ich habe mir folgendes gedacht: Wir feiern erstmal das Gammeln. 
Dann kann es aber auch zu Auseinandersetzungen kommen. Wie bei den Seelöwen hier am Brunnen, die den ganzen Tag faul herumliegen; 
Adam und Eva auf sichertragen müssen, die beide auch stundenlang nichts tun.
Manchmal kann man bei den Seelöwen Aktivitätsschübe beobachten. Dann diskutieren die Brunnenseelöwen über die Möglichkeiten einer Innenstadt, 
die sich aus dem Nichtstun heraus ergeben könnten; die erstmal vom Nichtstun ausgeht, und dann weiterschaut.

T: Sehr gut.
A: Bleibst Du den ganzen Tag hier?
P: Ja, klar.
T: Das war ja die Idee. Wir hängen hier jetzt rum.

C: Gammél City ist der Anfang einer Frage, die wir gemeinsam mit den Seelöwen diskutieren:
Wie könnte eine Innenstadt aussehen, die mit dem Nichtstun anfängt? In der sich alle Orte dem Nichtstun unterordnen? 
Wie können die Regeln und Normen durch dieses Nichtstun, durch dieses Gammeln in Frage gestellt werden?

A: Vielleicht erklären wir kurz, was das mit dem Gammeln soll?

P: Die Gammler und Gammlerinnen: das waren Jugendliche, die sich schon vor mehr als 60 Jahren den bürgerlichen Normen verwehrten 
und deren lange Haare den Blick auf die fein herausgeputzten Schaufensterauslagen störten. 
Am Mönckebergbrunnen lungern noch heute, Mitte der 2020er, in Bronze gegossen Adam und Eva auf Seelöwen herum und verweisen auf die Bewegung der Gammler*innen.

T: Inmitten der Hamburger Innenstadt bauen wir im September die Gammél City auf:
Zwei Wochen lang, von Mittwoch bis Samstag, kann man am Mönckebergbrunnen herumgammeln. 
Wer faul auf einem der gemütlichen Seelöwen herumhängt, kann dort der Audio-Installation lauschen, 
ein paar Tipps zum Gammeln bekommen und bei entspannendem Seelöwen-Grunzen dem Konsum-Stress entkommen.
A: Oder am 19.9. und 27.9. um 16:00 zu den Lesungen mit Dara Brexendorf, Jim Hein Steffen und Nail Doǧan kommen.
C: Manchmal wird die Ruhe durch einen plötzlichen Seelöwen-Aktivitätsschub gestört. Das ist dann die Performance.
I: Ok, aber danach kann man weitergammeln.
C: Ok.

Ein Projekt von Annika Dorau, Pascal Fuhlbrügge, Torben Körschkes, Charlotte Pfeifer, Ina Römling.

Pilotprojekt im Hamburger Programm „Verborgene Potenziale – Gemeinschaftliche Entwicklung der Nutzungsvielfalt für eine lebendige und resiliente Hamburger Innenstadt“.

Gefördert durch das Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

 

 

DIY in Dithmarschen

Guten Abend, herzlich willkommen zur Dithmarscher Botschaft.
Mein Name ist Boy H. Werner, und ich freue mich, Sie hier zu sehen.
Vielleicht sage ich kurz ein paar Worte zur Dithmarscher Botschaft:
Die Dithmarscher Botschaft ist zugleich Raum und Inhalt. Meistens findet sie in Dithmarschen selber statt, aber eine Botschaft kann ja auch etwas sein, das in die Welt hinausgetragen wird – eine italienische Botschaft beispielweise steht ja nicht in Italien, sondern irgendwo anders.
Es geht um die Dithmarscher Kultur, und ich bin jetzt quasi der Botschafter der Dithmarscher Kultur.
Und warum Dithmarscher Kultur in die Welt hinaustragen? Die übliche Richtung ist ja andersherum: Kulturphänomene aus Metropolen breiten sich aus, kommen dann in mittelgroße Städten an, später in Kleinstädten, dann irgendwann eventuell auf dem Dorf. Wenn das Kulturphänomen nicht zwischendurch irgendwo verloren gegangen, versickert oder verhindert worden ist.

Aber warum nicht mal andersherum? Es gibt Kultur auf dem Dorf, ja tatsächlich, und die ist nicht ausschließlich spießig, rechts oder nur mit Bier und Korn zu ertragen. Wobei, nichts gegen Bier und Korn. Es ging in der Dithmarscher Botschaft letztes Jahr schon um die erstaunliche Party- und Clubbing-Kultur in Dithmarschen in der 70ern bis 90ern und in einer weiteren Botschaft um die Hassliebe zu Nacktschnecken, großes Thema letztes Jahr in Dithmarschen, aber indirekt ging es um die Fähigkeit, Ambivalenz zu ertragen.

Heute wird es ums Selbermachen gehen. Wi mok dat sölmst, sagt man ja auch in Dithmarschen, das hat mir meine Nachbarin beigebracht. Mit so einer Mischung aus ö und ü, den Buchstaben gibt es im Hochdeutschen Alphabet gar nicht.

Ich möchte auch eben die beiden hier vorstellen: das hier ist Pascal Fuhlbrügge, Du bist ja Musiker. was hast Du uns da mitgebracht?

(Pascals Monolog über den Moog-Synthie)

Und hier Torsten Schütte, als was würdest Du Dich bezeichnen?

(Torsten erzählt was darüber, ein Theater zu betreiben)

Also, als Musiker würdest Du Dich nicht bezeichnen? Ab wann ist man eigentlich Musiker:in? Ich habe Dir jedenfalls Dein heutiges Instrument mitgebracht, aber Du musst es Dir noch selber zusammenbauen. Es ist ein Bausatz.

(Theremin- Bausatz überreichen)

Ja, üblicherweise habe ich noch eine Assistentin, oder eher Managerin: Jutta. Sie kann leider nicht da sein heute, sie hat’s erwischt, Magen-Darm. Aber sie hat mir ein tolles Kohl-Rezept gewhatsappt, mit dem Kommentar: das schaffst Du schon. Das machst Du jetzt selbst. Naja, und ich sags gleich: ich habe es NICHT geschafft. Schon rein zeitlich nicht. Deswegen wäre es toll, wenn hier noch ein paar andere Leute unterstützen: Es gibt Kohlrouladen mit Kartoffeln. In vegan!. Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, bei jeder Dithmarscher Botschaft irgendetwas mit Kohl anzubieten. Also, wir brauchen zwei bis drei Leute, die Kartoffeln schälen und drei Leute, die die Kohlrouladen wickeln. Das geht ganz einfach, sagt Jutta.

Kohlrouladen erklären, Kartoffeln schälen

Gut, Ich bin jedenfalls keiner von diesen Leuten, die glauben, dass sie einfach alles können und dann auch alles selber machen. Ich bewundere das, aber bei mir ist es eher so: ich bin auf einigen Feldern bewandert, auf anderen eher nicht so. Und da muss ich mich auf die Fähigkeiten anderer verlassen.  

In Dithmarschen ist das Selbermachen sehr positiv besetzt und auch weit verbreitet. Ich bin immer ganz baff wenn ich mitbekomme, was dort alles selbst gemacht wird, was selbst gebaut, repariert, geplant, organisiert wird. Da muss man nicht erst einen Antrag schreiben, da muss man nicht erst mehrere Fachleute hinzuziehen, da schaut man vielleicht mal ein youtube-How-to-do an, oder man kennt wen, die wen kennt, und los geht’s. Bewundernswert.

Letztens wurde im Dorf das neue Feuerwehrauto der Freiwilligen Feuerwehr eingeweiht, da sind alle ganz stolz drauf, zurecht, und jetzt lernen die, wie sie damit umgehen, damit sie im Notfall eben selber Feuer löschen können.

Torsten: hier muss was gelötet werden.

Boy: Ja. Interessant!

Torsten: Aber ich kann nicht löten.

Boy: Nein? Interessant.

Torsten: Kann hier wer löten?

Martin: Ja, ich.

Boy: Martin, Du könntest Torsten helfen? Toll, danke! Und wo gehtst Du jetzt hin, Torsten?

Torsten: Ich schaue, was die Dinge von selber für Geräusche machen.

Nacktschnecken-Romance in Hochdonn

Liebe Leute aus Dithmarschen und dem Rest der Welt,

diese Woche kommen die Nacktschnecken nach Hochdonn:

Von Mittwoch bis Freitag (15:00 – 19:00) kann man der phänomenalen Kostümbildnerin Gwendolyn Jenkins dabei zusehen, wie sie an einem Nacktschnecken-Kostüm arbeitet. Material-Versuche, Bewegungstests, Anproben und Gespräche, alles findet in der gemütlichen Kneipe von Claudio Lewinsky in Hochdonn statt. Dazu gibt es Getränke und Kuchen, ihr könnt einfach vorbeikommen.

Am Freitag um 19:00 gibt es eine musikalische Show mit unserem liebsten Spezial-Experten Boy H. Werner plus Boyband, bei der auch das Nacktschnecken-Kostüm zum Einsatz kommt: Nacktschnecken-Romance in Hochdonn. Es wird schleimig, es wird romantisch, es wird seltsam.

Boy H. Werner interessiert sich für Dinge, die widersprüchliche Gefühle auslösen. Zum Beispiel für Nacktschnecken, die dieses Jahr sowohl Hobby- gärtner*innen als auch der Landwirtschaft schwer zu schaffen machten. Nacktschnecken haben keinen guten Ruf bei Menschen, dabei sind sie eigentlich höchst interessant. Boy H. Werner begibt sich auf die glitzernd-klebrigen Spuren der schwierigen Beziehung zwischen Schnecke und Mensch.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

Charlotte, Boy, Jutta, Gwen, Pascal, Elmar und alle anderen mitwirkenden Nacktschnecken