Category Archives: Allgemein

Kritiken, Kritiken, Kritiken (Augenblick Mal/Jetzt bestimme ich!)

Wow, drei schöne Kritiken zu “jetzt bestimme ich” auf dem Augenblick Mal in Berlin:

Elena Philipp in der Berliner Morgenpost, 8.5.2019, https://www.morgenpost.de/kultur/article217128133/Was-man-auf-dem-Theaterfestival-Augenblick-mal-sehen-kann.html

“… Haareraufen auf der Bühne

Modelle des Mitbestimmens erproben die knuffig rosa gekleideten, verschroben-liebenswerten Wiefels im turbulenten Einstünder von Charlotte Pfeifer und Martina Vermaaten. Adaptiert haben die beiden Regisseurinnen ein Bilderbuch von Juli Zeh und Dunja Schnabel. Für Kinder ab sechs Jahren wird anschaulich, dass Konsensfindung ihre Tücken hat. Ob hierarchisches Dekret, Abstimmung, Losverfahren, das eigene Zimmer als Königreich oder Wunscherfüllung für alle – entweder bleiben das Einkaufen, Kochen, Aufräumen auf der Strecke oder alle blockieren sich gegenseitig. Haareraufen auf der Bühne. Gut, dass als Erzähler die beharrlich salatbesessene Schildkröte Rainer-Maria (Jochen Klüßendorf) das an Komik reiche Chaos fürs altersgemischte Publikum ordnet. Dieses wiederum darf demokratisch den Wochen-Chef bestimmen und wählt Papa Martin (Michael Schumacher) mit seinem Öko-Koch-Programm. Lauter Beifall für die Hamburger Truppe. …”


https://www.tagesspiegel.de/kultur/berliner-kinder-und-jugendtheaterfestival-mehrheitsfindung-mit-schildkroete/24324196.html :

Patrick Wildermann im Tagespiegel, 10.5.2019:

“…Wer hat in der Familie eigentlich das Sagen? Im Falle der Wiefels ist diese Frage vergleichsweise leicht zu beantworten. Die Mutter erklärt die häuslichen Prozesse der Entscheidungsfindung anhand eines anschaulichen Modells, genannt „Das Bestimmer-Karussell“. Es funktioniert wie folgt: Sie bestimmt über den Papa, der über die Tochter, die über den jüngeren Bruder, der über die Schildkröte Rainer-Maria. Und die wiederum gibt der Mutter den Takt vor. Einleuchtend. Und sicher weltweit mit variablen Haustieren so oder ähnlich praktiziert.

Der Haken am Karussell ist das gesamtfamiliäre Zufriedenheits-Level, den es produziert. Schließlich will die blöde Schildkröte immer nur Salat essen, die Kinder wünschen sich aber Pommes. Um solche Streitfälle des Zusammenlebens in den Griff zu bekommen, verfallen die Wiefels auf eine Idee: „Wir entscheiden demokratisch!“ Auch leichter gesagt als umgesetzt.

Die Inszenierung „Jetzt bestimmte ich!“ der Hamburger Gruppe Meine Damen und Herren (MDUH) basiert auf dem gleichnamigen Bilderbuch von Juli Zeh und Dunja Schnabel und setzt im rosarot gefärbten Setting die Mühen der Mehrheitsfindung ansteckend aberwitzig ins Bild. Das Stück in der Regie von Charlotte Pfeifer und Martina Vermaaten ist eine von zehn Produktionen, die zum diesjährigen Festival Augenblick mal! eingeladen sind. Das findet seit 1991 in Berlin statt und steht im Rang eines Theatertreffens für professionelles Kinder- und Jugendtheater, abgehalten im Zweijahrestakt …”

 

Katja Kollmann in der taz, 10.5.2019

http://www.taz.de/Jugendtheaterfestival-in-Berlin/!5591234/:

“… „Jetzt bestimme ich“ von „Meine Damen und Herren/Barner 16“ in Kooperation mit Kampnagel Hamburg ist geeignet für Menschen ab 6, sollte aber auch von vielen Erwachsenen gesehen werden! Denn selten sind kollektive Entscheidungsfindungsprozesse mit so viel Humor und gleichzeitig so ernsthaft dargestellt worden. …”

 

Bianca Sue Henne im Festival-begleitenden Heft über “Jetzt bestimme ich!”:

http://charlottepfeifer.net/?page_id=943 :

“… Nicht zuletzt beeindruckt, wie die Schauspieler*innen- Ebene dem Geschehen eine Dopplung und Ernsthaftigkeit hinzugefügt, ohne dass die Darstellenden aus den Rollen treten. Politisches Familientheater, aktuell, relevant, hinreißend komisch. …”

Pendeln

“… Wir bekommen hier die unheimliche Macht zu fassen, die das Kraftfahrzeug als Symbol des Individualismus ausübt. Wie der Pendler zum Freiheitshelden stilisiert wird, der täglich mit stundenlangem Stillstand sein Opfer für das Ideal der Mobilität bringt, so soll die Freiheit der Wirtschaft darin manifest werden, dass Einzelne und nicht alle am Geschäft mit den Autos verdienen. …” Lesenswerter FAZ-Kommentar von Patrick Bahners zu dem Kühnert-Interview. 

Pascal und ich pendeln über die Autobahn, die quer über die Bühne des Lichthof-Theaters in Hamburg führt: https://www.lichthof-theater.de/event-reader/events/stadttheater2.html

CrashTestDummies

Idroveallnight

Fotos: Richard Ohme

 

 

Die “Polysexuellen Aliens” bekommen eine schöne Kritik:

James Tiptree Jr, Lichthof

Wahrnehmungsschubladen

Tiptree ist eine Marmeladenmarke in den USA. Als Alice Sheldon nach einem Pseudonym für ihre Science Fiktion Geschichten suchte, fiel ihr Blick auf ein Glas davon. Sie setzte ein James davor und ein Junior dahinter und schon war sie zu einem männlichen Schriftsteller geworden. Waren zuvor ihre Manuskripte stets abgelehnt worden, so wurde sie jetzt innerhalb kurzer Zeit zu einer bekannten Größe im Bereich der Science Fiction Autoren.
So wie die Autorin das Pseudonym eines Mannes annahm und so für die Öffentlichkeit zu einem Mann wurde, so schlüpft die Schauspielerin und Regisseurin Charlotte Pfeiffer in die Rolle des männlichen Literaturexperten Boy H. Werner, um über Tiptree einen Vortrag zu halten. Er wird zu einer Liebeserklärung an die ungewöhnliche Frau. Und zu einer sinnlichen Entführung in die fremden Welten, die uns möglicherweise im Outer Space erwarten würden. Werner kann sich verlieren schon in den Titeln der Kurzgeschichten, die wie Gedichtzeilen anmuten..Love Is the Plan the Plan Is Death”, “I’m Too Big But I Love to Play”
oder “And I Awoke and Found Me Here on the Cold Hill’s Side”. Er will ergründen, warum Tiptree die Verknüpfung von Gewalt, Tod und Sex in jeder seiner Geschichten auftauchen lässt. Er hat sich tief in das Seelenleben der Alice Sheldon hineinbegeben. Eine Frau, die sich eventuell zu Frauen hingezogen fühlte und dennoch zweimal heiratete.
Die Zuschauer blicken so hinter die Fassaden. Was sieht man, wenn man in das bärtige Gesicht eines Dozenten blickt? Was erwartet man, wenn man den männlichen Namen eines Science Fiktion Autors auf dem Cover liest? Wie stark ist der Blick und Erwartungshaltung von uns allen geprägt? Der Abend wird zu einer faszinierenden Entdeckungsreise nicht nur in die Welt der Aliens, des Literaturbetriebs sondern auch in die der Wahrnehmungsprägung von uns allen. Zum Schluss liegen die Zuschauer auf den bereit gelegten Wolldecken und schauen in einen auf die Decke projizierten Sternenhimmel und sinnieren mit Werner, was jenseits unseres Schubladendenkens noch alles vorstellbar wäre.
Birgit Schmalmack vom 29.3.19

http://www.hamburgtheater.de/03c198aa210ed3803.html

You will know us by the trail of mess

Sonntag in Langehorn: Fluffi und Schnuffi retteten unter Einsatz von viel Technik und sonstigem Material die Welt. Ordnung ist dabei von untergeordneter Bedeutung, an allererster Stelle stehen der Erhalt der Erde und seiner Population und dass das Fell immer glänzt.

Vielen Dank. Langenhorn, für die Einladung, Fluffi und Schnuffi

 

Heute noch einmal um 18:00: James Tiptree Jr.s polysexuelle Aliens

“… Who is going to tell you a story?

Who is going to tell it and what is it that is going to be told?

Fasten your seatbelt, the trip is going to take you to outer space….”

Es ist sehr schön geworden, das neue Stück über, ja, über was eigentlich?  Und wer erzählt hier eigentlich die Geschichte?  Eine aufregende Verwirrung fliegt wich wie Sporen eines interstelllaren Pilzes durch den Raum und infiziert alle, die sich darin befinden. Aber zum Glück ist ja Boy H. Werner da, der uns mit seiner warmherzigen Souveränität durch den Abend leitet. Uns kann nichts passieren.  <3 Boy

 

Morgen Premiere! Boy H. Werner lädt ein zum Vortrag:

https://www.lichthof-theater.de/event-reader/events/james-tiptree-jrs-polysexuelle-aliens.html

Charlotte Pfeifer

James Tiptree Jr.s Polysexuelle Aliens

Ein Vortrag

 

Der berühmte Literaturexperte Boy H. Werner spricht über das Werk des Science Fiction-Autors James Tiptree Jr., ebenso wie über Alice Sheldon, die hinter dem Pseudonym Tiptree Jr. steckt.

 

Der Vortragende unterhält sein Publikum mit Betrachtungen über Science Fiction, über das Schreiben, über die Freiheit, die ein Pseudonym bedeutet – wird aber immer mehr hinein gesogen in fremde Welten, verfängt sich in Figuren und gefällt sich in erotischen Abenteuern auf anderen Planeten. Variationen des Ichs, Möglichkeiten von Identitäten, Geschlechtern und Erscheinungsformen werden mithilfe von Kostümen, Sound und purer Behauptung ausprobiert, verworfen, bekämpft, getötet. Publikum und Performer begegnen dem Alien in sich selbst, werden belauert, begattet und vielleicht sogar gefressen.

 

Hier grüßt Boy H. Werner zum Frauentag.

 

Vortrag: Boy H. Werner / Regie: Charlotte Pfeifer / Ausstattung: Gwendolyn Jenkins  / Musik: Pascal Fuhlbrügge / Outside Eye: Susanne Reifenrath

 

Gefördert von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Lichthof Stiftung und aus Mitteln der Stadtteilkultur des Bezirksamtes Altona

 

Foto (c) picturekat