O, Twist – ein Hörspiel mit Bildern

Unser Hörspiel ist fertig! Wenn ihr es mit Kopfhörern hört, habt ihr ab Minute 14:00 ein binaurales Hör-Erlebnis- das heißt, dass ihr alles so hört, als passiert alles direkt um euch herum. Mehr Infos unten. Viel Spaß beim Hören, eure Traummaschine

O, Twist – ein Hörspiel mit Bildern von Traummaschine Inc. Wir erzählen von dem Kind O, das sich alleine auf die Suche macht nach dem, was ihm zusteht. Unterwegs tauchen echte und falsche Helfer auf, der Klauclown, die Bürgermeisterin, die neuen Wanzen-Freunde… Es läuft durch die Jahrhunderte, bis es in unserer Zeit vor einem McDonalds in einem Einkaufszentrum landet. 

Vor fast 200 Jahren erfand der Schriftsteller Charles Dickens das Waisenkind Oliver Twist, das mit seinem Wunsch nach etwas mehr Essen ein ganzes System in Frage stellt. Ein Kind ohne Familie, ohne Zuhause und ohne Rechte – zu Dickens Zeiten nichts Außergewöhnliches. Heutzutage gibt es die Kinderrechte, die für alle Kinder auf der Welt gelten sollten. Deswegen haben wir gefragt: Was hat sich seit Dickens Zeiten verändert und was ist geblieben? Was ist universell und steht jedem Kind zu? 
Mit Tricks wie Einflüsterung, Alptraumdeutung und Taschendiebstahl rekonstruieren wir ein Kinder-Schicksal, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen und die Geschichte einen neuen Twist bekommt. 
Im Zentrum des Hörspiels steht ein binaurales Audio-Erlebnis: Wenn Du Kopfhörer benutzt, hörst Du ab Minute 14:00 alles so, als wenn es genau um Dich herum passiert. 
Der Filmemacher Timo Schierhorn hat dem Hörspiel eine traumartige Bilder-Ebene hinzugefügt. 
 
Text: Idee: Traummaschine Inc., mit Judith Huber, Marysol Llorente, Charlotte Pfeifer, Christoph Theussl, Lea, Eddie und Hugo/ Musik und Audioproduktion: Pascal Fuhlbrügge / binauraler Mix: Felix Kruis / Aussttatung: Katrin Rieber, Raoul Doré, / Produktion: Rat & Tat Kulturbüro /Video: Timo Schierhorn / Wanzenanimation: Eddie und Hugo / Dank an: Hanseatische Materialverwaltung, Marion, Fehmi, Nils, Kids basis&woge e.V. / Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferrats der LH München, der Behörde für Kultur und Medien Hamburg und des BA 9 Neuhausen-Nymphenburg und der #takecare-Förderung des Fonds Darstellende Künste. In Kooperation mit dem Fundus Theater Hamburg und dem Pathos Theater München

Bezug verloren.

1.

Ich liege da in dieser sehr stickigen Nacht, und meine Decke ist aus Daunen. Ich bin Vegetarierin und die Decke ist mit Daunen gefüllt.  Ja, ich weiß. Wegschmeißen kann ich sie nicht, das wäre noch respektloser. Es ist also Sommer, es ist sehr heiß und unter dieser Decke ist es schon im Winter wie in einer Sauna. Ich kann ohne Decke nicht schlafen, egal, wie heiß es ist. Eine Decke muss mich umhüllen, von Kinn bis Fuß, oder ich schlafe die ganze Nacht nicht richtig ein. Deswegen habe ich den Bezug von der Decke gelöst und nur unter dem Bezug geschlafen. Also letzte Nacht. Heute Nacht ist der Bezug weg, ich kann ihn nicht finden. Es ist nur noch die unbezogene Daunendecke übrig. In all ihrer anthropozentrischen Dekadenz, in ihrer ehemaligen Zweckmäßigkeit. Ok, es ist wahrscheinlich irgendwie eine Art symbolische Sache oder so, jedenfalls muss ich plötzlich weinen.

2.

Wir haben diese Berufe uns ausgesucht, für die es keine wirkliche, angemessene und umfassende Ausbildung gibt, wenn man ehrlich ist, und auch keine ernstzunehmende Karriere, in den allermeisten Fällen jedenfalls. Wir machen die Kunst, die Show, das Happening. Live. Es geht um den Kontakt zu den Leuten, und auch um Eitelkeit, und vielleicht auch um einen Wunsch, etwas kleines zu verbessern. Darin sind wir gut geworden, und wir wissen auch, was wir noch verbessern wollen. Aber wohin nun mit diesen Skills und mit diesen Fragen, wohin.

3.

Alle Katzen in der Umgebung husten. Nein, man kann sagen: sie röcheln. Auch Katzi, unsere Katze, die uns vom Nachbargrundstück zugelaufen ist. Katzi hat ein Wurmmittel bekommen, weil es ja angeblich fast immer Würmer sind, wenn es Katzen nicht gut geht. Aber es geht ihr NICHT besser. Sie röchelt. Und jetzt fängt auch noch der Hund an zu bellen, der einen Kilometer entfernt wohnt und normalerweise die komplette Nacht über bellt. Heute ist er spät dran. Tschechow lässt grüßen. Gute Nacht.

Boy H. Werner: Instruktionen am Montag_Nr.5

Liebe Instruktions-Freunde,
hier kommt nun die 5. und zunächst letzte “Instruktion am Montag”: ab 20:15 auf lichthof_lab oder auf Boy H. Werners youtube-Kanal:
Boy lässt die Dinge sprechen und präsentiert das Theaterstück “Wasserwelt”, das aus Ihren Zusendungen entstanden ist.
Instruktion Nr. 5:
Erkennen Sie ein Gesicht oder Ding in einem Gegenstand, in einer Wolke, in einem Muster,
und deuten Sie daraus die Zukunft.
Senden Sie davon ein Foto an bhw@lichthof-theater.de
Schreiben Sie auch gerne dazu, was ihre Deutung der Zukunft ist.
In Vorfreude auf Ihre Beiträge,
Ihr Boy H. Werner
Von und mit: Charlotte Pfeifer und Pascal Fuhlbrügge
In Koproduktion mit lichthof_lab und der Lichthof-Stiftung
Unterstützt durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown«

Boy H. Werner: Instruktionen am Montag_Nr. 4

Guten Tag, mein Name ist Boy H. Werner.
Herzlich willkommen zur vierten “Instruktion am Montag”.
Die Präsentation der vorherigen Instruktion beginnt ab 6:12
Die Instruktionen sind eine Aufforderung zum gemeinsamen Spielen – ich mit Ihnen, Sie mit mir, alle miteinander.
Instruktion Nr. 4: Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Fisch, und Sie sind in einer heftigen Diskussion mit anderen Fischen.
Was ist Ihr Standpunkt? Ein Satz genügt.
Würfeln Sie aus, wie oft Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Würfeln Sie aus, wie laut Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Würfeln Sie aus, wie wütend Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Würfeln Sie aus, wie hoch oder tief Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Nehmen Sie das Ganze dann auf, z.B. mit der Diktierfunktion ihres Handys und schicken es bis nächsten Donnerstag an bhw@lichthof-theater.de
In Vorfreude auf Ihre Beiträge,
Ihr Boy H. Werner
Von und mit: Sprotte Pfeilfisch und Nasskalt Pfuhlpfütze
„Wasserwelt“ mit:
Rochen, Krillke, Katzenhairin, Quallireza, Heringonique, Makrelas, Fugo,  Fischiona, Fynnwal, Edwal, die Rudolphins, Alge, Kristhuna, Niknass, destillierte Energien

 

Unterstützt durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown«
In Koproduktion mit lichthof_lab und der Lichthof-Stiftung

Boy H. Werner: Instruktionen am Montag_Nr.3

Guten Tag, mein Name ist Boy H. Werner.
Herzlich willkommen zur dritten “Instruktion am Montag”.
Die Präsentation der vorherigen Instruktion beginnt ab 8:25:00
Die Instruktionen sind eine Aufforderung zum gemeinsamen Spielen – ich mit Ihnen, Sie mit mir, alle miteinander.
Instruktion Nr. 3:
Dieses Mal erschaffen wir ein Theaterstück!
Wir brauchen a) Kulissen, Bühnenbilder. Bitte als Foto.
Wir brauchen b) Figuren in Kostümen. Bitte auch als Foto.
Wir brauchen c) Szenenanweisungen.
Und wir brauchen d) Text von Figuren. Sprechen Sie ihren Text z.b. in die Diktierfunktion vom Handy. Sie können ihre Sätze auch gerne singen, vielleicht wird das ganz ja sogar eine Oper!
Senden Sie Ihren Beitrag an bhw@lichthof-theater.de
In Vorfreude auf Ihre Beiträge,
Ihr Boy H. Werner
Von und mit: Charlotte Pfeifer und Pascal Fuhlbrügge
In Koproduktion mit lichthof_lab und der Lichthof-Stiftung
Unterstützt durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown«

here to stay

Ok, es sieht so aus, als bleibt das Virus noch eine Weile hier.

Wir müssen einen Umgang damit finden – eine Lebensweise, die nicht nur von Angst, Misstrauen, Verschwörungen, Denunziation, Cocooning, Einsamkeit, Fremdbestimmtheit geprägt ist.

Irgendwie werde ich die Eigenverantwortung wieder herstellen, und zwar, ohne daß ich andere Leute gefährde. Wo sind die Life-Hacks, die Shut-Down-Hacks?  Wie kriege ich meinen eigenen Arsch dazu, aus dem Sumpf herauszustiefeln und wieder Land zu gewinnen? Wie fange ich wieder an, mit Leuten an gemeinsamen Projekten zu arbeiten, die dann auch von anderen Leute live geguckt werden? Wie können wir uns treffen und berühren?

Ich möchte wieder inspiriert werden, und ich möchte inspirieren, ich finde zwar, das hört sich abgeschmackt an. Aber das hat mit Atem zu tun, also daher kommt jedenfalls dieses Wort Inspiration. Und ohne dieses “Sich-Anatmen” klappt es beim Theater nun mal nur so halb gut. Je mehr Atem ich spüre im Theater, desto besser. Und auch beim ganz normalen miteinander Reden.

Der Luftdruck, den ein menschlicher Körper im Raum macht, wenn er sich bewegt. Oder mehrere.

Was ist der virtuelle Raum? Ein Raum des Austauschs, ja. Aber auch ein Raum ohne tatsächliche Resonanz. Es fehlt so ein körperlicher Moment. Und vielen fehlt das Gerät dafür.

Ich möchte Leute berühren. Ich schaue Filme von “davor” und denke bei jeder Berührung: “wow, Leute, passt auf”. Jeder Film wirkt derzeit absolut anachronistisch.

Ich möchte mich mit Leuten mal kurz anschweigen, ohne daß jemand reflexhaft das Zoom-Meeting moderieren muss in Gesprächspausen, aus Angst, daß der Daten-Stream abgebrochen sein könnte.

Na gut, ich bleibe dran. Ich denk mir was aus.

 

 

 

Boy H. Werner: Instruktionen am Montag_Nr.2

Guten Tag, mein Name ist Boy H. Werner. Herzlich willkommen zur zweiten “Instruktion am Montag”.
Die Instruktionen sind eine Aufforderung zum gemeinsamen Spielen – ich mit Ihnen, Sie mit mir, alle miteinander.
Instruktion Nr. 2: Nehmen Sie ein Papier und schreiben Sie darauf, wogegen Sie rebellieren möchten. Machen Sie ein Foto von sich und dem Papier und senden Sie Ihren Beitrag bis zum 30.4.2020 (23:59) an BHW@lichthof-theater.de
Dann suchen Sie sich einen Stein, beschmieren ihn mit Honig und wickeln das Papier um den Stein. Werfen Sie den Stein so weit weg, wie Sie können.
Bitte dabei keine Menschenleben gefährden. Gerne dabei laut “NEIN” rufen.
In Vorfreude auf Ihre Beiträge, Ihr Boy H. Werner
Von und mit: Charlotte Pfeifer und Pascal Fuhlbrügge
In Koproduktion mit lichthof_lab und der Lichthof-Stiftung

Van der Brügge: Alle Sirenen der Stadt

Meine kleinen Lieblinge haben wieder Musik gemacht, und ich hab auch mitgesungen (ich spiele – ganz klar – die Sirene):
Der neue Track von Van der Brügge ist draußen! Also drinnen im Internet.
Schaut, hört, es ist toll: