Infraschall @Kunstverein Hamburg

Huch, das hatte ich ja gar nicht auf dieser Seite verlinkt!

Das war einer der wenigen Live-Auftritte letztes Jahr. Schön war das. Und seltsam.

Infraschall – Ein Konzert über soziale Symptome, Sound und Suggestion
Infraschall: das sind ganz tiefe Basstöne, die für die meisten Menschen nicht mehr hörbar sind. Einige halten Infraschall für etwas, das psychische Reaktionen bei Menschen hervorrufen kann, z.B. Unwohlsein und Angst. Andere halten das für Humbug. Infraschall gibt es überall und wird meistens nicht bemerkt. Es wird z.B. durch Windräder produziert. Aber die Diskussion um die Auswirkungen von Infraschall fließt in die politische Diskussion um erneuerbare Energien mit ein. Geistergrotten und Spukhäuser werden auf Infraschallquellen untersucht. Nachbarschaftsstreits eskalieren über Infraschall-produzierende Wärmepumpen oder Transformatoren im Keller. Es ist ein Tummelplatz für Leute, die sich für Wissenschaft abseits der gängigen Lehrmeinung interessieren, aber auch für Leute, die nach Gründen suchen für ein Unbehagen, das sie empfinden.

Musiker und Soundtechniker Pascal Fuhlbrügge und Charlotte Pfeifer untersuchen in Infraschall die Gefühle, die durch tiefe Bässe ausgelöst werden. Dafür werden Mittel des Popkonzerts, der Seance und der akkustischen Labortechnik genutzt.

Die Künstler*innen nutzen sich und das Publikum als Testgruppe: Durch performativen Mitteln werden nach Sensoren für Emotionen gesucht. Wo sprechen Wissenschaft, Gefühl und wirtschaftliche Interessen miteinander, wo sprechen sie aneinander vorbei? Wo ist die invasive Macht von Sound sexy, wo empfinden wir sie als Belästigung?

Studien, Interviews und eigene Texte bilden die Lyrics für einen halbstündigen Song, der mit der droneartigen Musik von Pascal Fuhlbrügge einen immersiven Sound-Raum erschafft.

LUCA

warmed up and left out in the cold: wir haben das Stück fertig, wir sind aufgewärmt, wir könnten sofort loslegen. aber naja, ihr wisst ja. ich freue mich drauf, wenn ihr es endlich sehen könnt: digital oder besser noch: face to face! analog! reallife!

“LUCA – die Urzelle spielt verrückt” ist ein seltsames, ein schönes Stück geworden, es sieht toll aus und die zeit von urknall bis heute vergeht wie im flug. und jemand, der sich auskennt, meint, es sei sogar wissenschaftlich haltbar. mit kirschkern, compes und co, ausstattung iris holstein, choreographie: guy marson, musik: jannis kaffka, regie: charlotte pfeifer. fotos: ellen coenders.

 

 

 

O, Twist – ein Hörspiel mit Bildern

Unser Hörspiel ist fertig! Wenn ihr es mit Kopfhörern hört, habt ihr ab Minute 14:00 ein binaurales Hör-Erlebnis- das heißt, dass ihr alles so hört, als passiert alles direkt um euch herum. Mehr Infos unten. Viel Spaß beim Hören, eure Traummaschine

O, Twist – ein Hörspiel mit Bildern von Traummaschine Inc. Wir erzählen von dem Kind O, das sich alleine auf die Suche macht nach dem, was ihm zusteht. Unterwegs tauchen echte und falsche Helfer auf, der Klauclown, die Bürgermeisterin, die neuen Wanzen-Freunde… Es läuft durch die Jahrhunderte, bis es in unserer Zeit vor einem McDonalds in einem Einkaufszentrum landet. 

Vor fast 200 Jahren erfand der Schriftsteller Charles Dickens das Waisenkind Oliver Twist, das mit seinem Wunsch nach etwas mehr Essen ein ganzes System in Frage stellt. Ein Kind ohne Familie, ohne Zuhause und ohne Rechte – zu Dickens Zeiten nichts Außergewöhnliches. Heutzutage gibt es die Kinderrechte, die für alle Kinder auf der Welt gelten sollten. Deswegen haben wir gefragt: Was hat sich seit Dickens Zeiten verändert und was ist geblieben? Was ist universell und steht jedem Kind zu? 
Mit Tricks wie Einflüsterung, Alptraumdeutung und Taschendiebstahl rekonstruieren wir ein Kinder-Schicksal, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen und die Geschichte einen neuen Twist bekommt. 
Im Zentrum des Hörspiels steht ein binaurales Audio-Erlebnis: Wenn Du Kopfhörer benutzt, hörst Du ab Minute 14:00 alles so, als wenn es genau um Dich herum passiert. 
Der Filmemacher Timo Schierhorn hat dem Hörspiel eine traumartige Bilder-Ebene hinzugefügt. 
 
Text: Idee: Traummaschine Inc., mit Judith Huber, Marysol Llorente, Charlotte Pfeifer, Christoph Theussl, Lea, Eddie und Hugo/ Musik und Audioproduktion: Pascal Fuhlbrügge / binauraler Mix: Felix Kruis / Aussttatung: Katrin Rieber, Raoul Doré, / Produktion: Rat & Tat Kulturbüro /Video: Timo Schierhorn / Wanzenanimation: Eddie und Hugo / Dank an: Hanseatische Materialverwaltung, Marion, Fehmi, Nils, Kids basis&woge e.V. / Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferrats der LH München, der Behörde für Kultur und Medien Hamburg und des BA 9 Neuhausen-Nymphenburg und der #takecare-Förderung des Fonds Darstellende Künste. In Kooperation mit dem Fundus Theater Hamburg und dem Pathos Theater München

Bezug verloren.

1.

Ich liege da in dieser sehr stickigen Nacht, und meine Decke ist aus Daunen. Ich bin Vegetarierin und die Decke ist mit Daunen gefüllt.  Ja, ich weiß. Wegschmeißen kann ich sie nicht, das wäre noch respektloser. Es ist also Sommer, es ist sehr heiß und unter dieser Decke ist es schon im Winter wie in einer Sauna. Ich kann ohne Decke nicht schlafen, egal, wie heiß es ist. Eine Decke muss mich umhüllen, von Kinn bis Fuß, oder ich schlafe die ganze Nacht nicht richtig ein. Deswegen habe ich den Bezug von der Decke gelöst und nur unter dem Bezug geschlafen. Also letzte Nacht. Heute Nacht ist der Bezug weg, ich kann ihn nicht finden. Es ist nur noch die unbezogene Daunendecke übrig. In all ihrer anthropozentrischen Dekadenz, in ihrer ehemaligen Zweckmäßigkeit. Ok, es ist wahrscheinlich irgendwie eine Art symbolische Sache oder so, jedenfalls muss ich plötzlich weinen.

2.

Wir haben diese Berufe uns ausgesucht, für die es keine wirkliche, angemessene und umfassende Ausbildung gibt, wenn man ehrlich ist, und auch keine ernstzunehmende Karriere, in den allermeisten Fällen jedenfalls. Wir machen die Kunst, die Show, das Happening. Live. Es geht um den Kontakt zu den Leuten, und auch um Eitelkeit, und vielleicht auch um einen Wunsch, etwas kleines zu verbessern. Darin sind wir gut geworden, und wir wissen auch, was wir noch verbessern wollen. Aber wohin nun mit diesen Skills und mit diesen Fragen, wohin.

3.

Alle Katzen in der Umgebung husten. Nein, man kann sagen: sie röcheln. Auch Katzi, unsere Katze, die uns vom Nachbargrundstück zugelaufen ist. Katzi hat ein Wurmmittel bekommen, weil es ja angeblich fast immer Würmer sind, wenn es Katzen nicht gut geht. Aber es geht ihr NICHT besser. Sie röchelt. Und jetzt fängt auch noch der Hund an zu bellen, der einen Kilometer entfernt wohnt und normalerweise die komplette Nacht über bellt. Heute ist er spät dran. Tschechow lässt grüßen. Gute Nacht.

Boy H. Werner: Instruktionen am Montag_Nr.5

Liebe Instruktions-Freunde,
hier kommt nun die 5. und zunächst letzte “Instruktion am Montag”: ab 20:15 auf lichthof_lab oder auf Boy H. Werners youtube-Kanal:
Boy lässt die Dinge sprechen und präsentiert das Theaterstück “Wasserwelt”, das aus Ihren Zusendungen entstanden ist.
Instruktion Nr. 5:
Erkennen Sie ein Gesicht oder Ding in einem Gegenstand, in einer Wolke, in einem Muster,
und deuten Sie daraus die Zukunft.
Senden Sie davon ein Foto an bhw@lichthof-theater.de
Schreiben Sie auch gerne dazu, was ihre Deutung der Zukunft ist.
In Vorfreude auf Ihre Beiträge,
Ihr Boy H. Werner
Von und mit: Charlotte Pfeifer und Pascal Fuhlbrügge
In Koproduktion mit lichthof_lab und der Lichthof-Stiftung
Unterstützt durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown«

Boy H. Werner: Instruktionen am Montag_Nr. 4

Guten Tag, mein Name ist Boy H. Werner.
Herzlich willkommen zur vierten “Instruktion am Montag”.
Die Präsentation der vorherigen Instruktion beginnt ab 6:12
Die Instruktionen sind eine Aufforderung zum gemeinsamen Spielen – ich mit Ihnen, Sie mit mir, alle miteinander.
Instruktion Nr. 4: Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Fisch, und Sie sind in einer heftigen Diskussion mit anderen Fischen.
Was ist Ihr Standpunkt? Ein Satz genügt.
Würfeln Sie aus, wie oft Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Würfeln Sie aus, wie laut Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Würfeln Sie aus, wie wütend Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Würfeln Sie aus, wie hoch oder tief Sie Ihren Standpunkt sprechen.
Nehmen Sie das Ganze dann auf, z.B. mit der Diktierfunktion ihres Handys und schicken es bis nächsten Donnerstag an bhw@lichthof-theater.de
In Vorfreude auf Ihre Beiträge,
Ihr Boy H. Werner
Von und mit: Sprotte Pfeilfisch und Nasskalt Pfuhlpfütze
„Wasserwelt“ mit:
Rochen, Krillke, Katzenhairin, Quallireza, Heringonique, Makrelas, Fugo,  Fischiona, Fynnwal, Edwal, die Rudolphins, Alge, Kristhuna, Niknass, destillierte Energien

 

Unterstützt durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown«
In Koproduktion mit lichthof_lab und der Lichthof-Stiftung

Boy H. Werner: Instruktionen am Montag_Nr.3

Guten Tag, mein Name ist Boy H. Werner.
Herzlich willkommen zur dritten “Instruktion am Montag”.
Die Präsentation der vorherigen Instruktion beginnt ab 8:25:00
Die Instruktionen sind eine Aufforderung zum gemeinsamen Spielen – ich mit Ihnen, Sie mit mir, alle miteinander.
Instruktion Nr. 3:
Dieses Mal erschaffen wir ein Theaterstück!
Wir brauchen a) Kulissen, Bühnenbilder. Bitte als Foto.
Wir brauchen b) Figuren in Kostümen. Bitte auch als Foto.
Wir brauchen c) Szenenanweisungen.
Und wir brauchen d) Text von Figuren. Sprechen Sie ihren Text z.b. in die Diktierfunktion vom Handy. Sie können ihre Sätze auch gerne singen, vielleicht wird das ganz ja sogar eine Oper!
Senden Sie Ihren Beitrag an bhw@lichthof-theater.de
In Vorfreude auf Ihre Beiträge,
Ihr Boy H. Werner
Von und mit: Charlotte Pfeifer und Pascal Fuhlbrügge
In Koproduktion mit lichthof_lab und der Lichthof-Stiftung
Unterstützt durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown«